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Die hier zur Diskussion gestellte
Anleitung soll auf zweierlei Art ein Werkzeug gegen die eigene Vergänglichkeit sein:
Im Kern beruht die Anleitung auf zwei Ausgangsüberlegungen: |
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So bestehen beispielsweise Zusammenhänge zwischen der
Augenfarbe und dem Erbmolekül, aber auch zwischen einer
Kindheitserinnerung und der molekularen Gehirnstruktur. |
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Gelänge es nun, genügend geeignete Informationen zur
neuronalen und genetischen Struktur eines bestimmten Menschen zu erfassen,
ergibt sich eine überraschende Option: Es bestände nämlich eines Tages
die Möglichkeit auf Grundlage solcher Informationen, diesen Menschen,
inklusive seiner Erinnerungen, Wünsche, Fähigkeiten und Gefühle, Atom
für Atom zu rekonstruieren und dadurch weiterleben zu lassen. Geeignete
Werkzeuge dafür wären Künstliche Intelligenz (KI) und Nanotechnik. |
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Davon ausgehend, begann ich im Frühjahr 1986 Methoden
zu entwickeln, mit denen sich solche "Rekonstruktionsdaten"
gewinnen lassen. Da ich mich damals unter anderem mit "evolutionären
Lernalgorithmen" beschäftigte, war mir das Thema nicht völlig fremd
und ich rechnete mit einem hohen Aufwand. Doch das Ausmaß überraschte
mich. Nach wenigen Monaten war offensichtlich, dass erst einmal
rationellere Arbeitsmethoden erforderlich sind. Jedes Detail verzweigte
sich scheinbar endlos und vergrößerte den Aufwand unvertretbar. |
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Hoher Aufwand |
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Bei späteren Recherchen stellte ich fest, dass andere
längst ähnliche Überlegungen anstellten. Genau genommen, müssten sogar
die Priester der Antike dazu zählen. Denn das Konservieren von Körper
und Umfeld eines Pharaos ist zumindest konzeptionell ähnlich. Die
früheste deutschsprachige Veröffentlichung zur Reanimation auf Basis von
Daten fand ich in dem Buch "Wie der Mensch den Tod
besiegt" von Klaus Reinhard. Wichtige dahingehende Überlegungen
veröffentlichte z.B. auch Algimantas
Malickas. |
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In den folgenden Jahren arbeitete ich in
unregelmäßigen Abständen weiter an dem Projekt, kam aber nicht recht
voran. Dennoch ließ mich die Idee nicht mehr los. Außerdem suchte und
suche ich bis heute nach prinzipiellen Denkfehlern
immer noch misstraue
ich dem einfachen Prinzip. |
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Ab 1994 standen mir schließlich geeignete Verfahren
und Rechner zur Verfügung, um das Projekt weiterzuführen. So dauerte die
Optimierung des Eigennamen- Assoziationskomplexes nur noch zwei Tage
per
"Hand" hätten vermutlich Jahre nicht genügt. |
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Eine Schwierigkeit beim Entwickeln der Anleitung war
allerdings, dass immer noch wenig darüber bekannt ist, was uns als Mensch
ausmacht. Insbesondere Gefühle und Bewusstsein sowie Unbewusstes geben
Rätsel auf. Somit ist unsicher, welche Informationen für eine
Rekonstruktion unabdingbar sind. Um dennoch schon mit heutigen Mitteln
eine praktikable Anleitung zu erstellen, war es erforderlich,
"vorbeugend" auch eventuell überflüssige Informationen zu
erfassen. Dadurch hat sich zwar der Aufwand wieder erhöht, aber auch die
Fehlertoleranz. Heraus kam eine unerwartet unkomplizierte, jedoch
arbeitsaufwendige Anleitung, mit der nahezu jeder die erforderlichen
Informationen für seine eigene Rekonstruktion erfassen und überliefern
kann. |
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Schon |
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Eine Rohfassung veröffentlichte ich 1996 im Internet.
Aus aller Welt schrieben daraufhin Leser ihre Überlegungen. Damals
erwartete ich mehr Widerspruch. Immerhin liegt der Anleitung die
frustrierende Annahme zu Grunde, dass irgendwann intelligente Maschinen
einen Menschen inklusive seines Bewusstseins analysieren und auf
Datenbasis rekonstruieren können. Aber in einer Zeit, in der die Kluft
zwischen Mensch und Maschine zunehmend kleiner wird, scheinen solche
Prognosen allmählich ihren Schrecken zu verlieren. Heute ist es kaum noch
eine Meldung wert, wenn Kinder mit virtuellen Welten spielen, Computer
telefonisch Auskunft geben, Roboter Gehirnoperationen unterstützen oder
Hörgeschädigte mit implantierten Miniaturrechnern wieder hören. |
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Zahlreiche Leser steuerten sogar
Verbesserungsvorschläge bei und eher vorsichtige Wissenschaftsmagazine
bekundeten ihr Interesse. Gleichwohl half insbesondere Kritik, die
Anleitung weiterzuentwickeln. An dieser Stelle noch einmal Dank an alle,
die sich daran beteiligten. Besonders möchte ich mich bei dem
Mediendistributor Georg Lingenbrink bedanken, durch dessen kluges Projekt
"Books on Demand"
es erst möglich wurde, Buch- und Internetversion sowie anderssprachige
Fassungen urheberrechtlich komplikationslos zu veröffentlichen. |
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Hilfreiche Kritik |
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Da sich meine Vermutung, allein Technikbegeisterte und
Fachleute interessieren sich für diese doch recht abstrakte Methode, als
falsch erwies, bemühte ich mich, wo vertretbar, ohne Fachjargon
auszukommen (den Vorwurf der Simplifizierung ertrage ich gegebenenfalls
gefasster, als den, Einfaches zu verkomplizieren). Wer weiterführende
Informationen zu den hier behandelten Themen benötigt, findet im Anhang
eine Reihe hervorragender Literatur dazu. |
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Das in der Internetveröffentlichung verwendete
Kunstwort RAMCES (ReAnimation Precondition Method: Creating an Extensive
Self-Recording) zur vereinfachten Kennzeichnung der Methode wird hier
beibehalten. Den technisch assoziierten Begriff "Rekonstruktion"
verwende ich hier nicht ganz zutreffend, doch auch Begriffe wie
Rematerialisierung, Reanimation, Wiederbelebung, Wiederverkörperung oder
Wiedergeburt erscheinen mir nicht geeigneter. Informationseinheiten sind
zur besseren Vergleichbarkeit in Bit angegeben
Bit ist die Abkürzung
für Binary Digit, die kleinste technische Speichereinheit. |
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Ein wichtiges Ziel war, dass zum Abarbeiten der
Anleitung kein Fachwissen oder Spezialgeräte notwendig sind. So werden
Erbinformationen mit Paraffin archiviert und alle anderen Informationen
mit Videotechnik. Das erscheint zwar in Anbetracht der Zielstellung
geradezu grotesk, doch immer wieder stellte sich heraus, dass gerade
einfache Verfahren mächtig und universell sein können. So lassen sich in
einer Wachskugel mit drei Zentimetern Durchmesser der genetische Code von
300 Millionen Menschen inklusive aller bekannten Säugetier-, Vogel-,
Reptilien-, Insekten- und Pflanzenarten dauerhaft konservieren. Dagegen
ist es heute nur mit Milliardenaufwand machbar, die Erbinformation eines
Menschen zu analysieren und auf Hitec-Datenträger zu konservieren. Auch
ermöglichen wenige Minuten Videointerview potenziell detailliertere
Rückschlüsse zur neuronalen Feinstruktur, als aufwändige Untersuchungen
mit den besten Kernspintomographen. |
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Zielstel- |
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Ich muss gestehen, dass dieser Text aus dem
"oberlehrerhaften" Wunsch heraus entstand, dass möglichst viele
Menschen die Plausibilität und Machbarkeit der RAMCES-Methode für sich
überprüfen. Ziel ist es, Ihnen, lieber Leser, dazu die Methode
vorzustellen und die Argumente zur Beurteilung vorzulegen. Dabei soll sich
die Plausibilität logisch und anhand von gegenwärtigen
Technologieentwicklungen ergeben, andernfalls habe ich Ihre Zeit nur mit
einer technisch-romantischen Fantasterei in Anspruch genommen. |
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Anliegen |
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Ob allerdings der Mensch das Recht hat, seine
Existenzdauer nach Belieben festzulegen, dazu finden Sie hier keine
zwingende Argumentation. Es scheint lediglich so zu sein, dass sich aus
den bekannten Naturgesetzen und insbesondere aus dem Evolutionsalgorithmus
kein Einwand ergibt. Offenbar stehen alle Entitäten, also auch der
einzelne Mensch, seine Bewusstseinsbestandteile und Ideen,
gleichberechtigt im Wettbewerb um Existenz. Jemand, der seine Existenz
mit welcher Methode auch immer
verlängert, sollte demnach mit
Widerstand auf allen Ebenen rechnen. Denn nicht nur Krankheitserreger,
Alterungsgene oder Zerfallsprozesse sind hartnäckige Gegner, sondern auch
Leitgedanken, die es uns erleichtern, sich mit dem Tod abzufinden. |
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Haben wir das Recht dazu? |
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Eine Reihe der zur Rekonstruktion benötigten
Technologien werden heute bestenfalls in Ansätzen verwendet. Um trotzdem
zu verdeutlichen, wie eines Tages aus Daten wieder ein Mensch aus Fleisch
und Blut rekonstruiert werden könnte, befinden sich in den Ausführungen
dazu teilweise Zukunftsprognosen. Natürlich kann niemand in die Zukunft
sehen, aber solange solche Prognosen auf gegenwärtige Entwicklungen
aufbauen und sie keine Naturgesetze verletzen, sind sie meiner Meinung
nach nicht völlig aus der Luft gegriffen. Um dagegen die Voraussetzungen
für eine Rekonstruktion herzustellen, werden keine Zukunftstechniken
benötigt. Hierzu genügen erprobte Methoden und handelsübliche Technik
unserer Zeit. Anhand der Beispiele aus der Anleitung können Sie
gegebenenfalls testen, ob die RAMCES-Methode für Sie durchführbar ist. |
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[Homepage]