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Ziel der Anleitung ist das Überliefern von Informationen, mit denen Körper und Bewusstsein des Anwenders nach seinem biologischen Tod für ein Weiterleben wiederhergestellt werden können. Qualität und Quantität der Informationen sollen ausreichen, um den Anwender so zu rekonstruieren/reanimieren, dass sich Denkweise, Verhalten, Gefühlsleben, Mentalität und Ichbewusstsein nicht verändern. Lediglich Erinnerungsverluste von maximal 10 Prozent werden toleriert.
Für den Anwender soll das Erwachen nach der Rekonstruktion dem Erwachen nach einem sehr langen Koma ähneln.
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Nebeneffekt:
Virtuelles
Vermächtnis |
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Da im RAMCES-Datensatz nahezu lückenlose Informationen über Leben und
Umfeld des Anwenders in maschinenlesbarer Form enthalten sind, ist die
Anleitung auch zum automatisierten Erstellen eines Vermächtnisses
geeignet
beispielsweise in Form einer anspruchsvollen Autobiografie oder
eines Familienarchives. |
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Auch das virtuelle Abbild des Anwenders sowie seines
Umfeldes ist denkbar. Dabei ließe sich, selbst die Art zu sprechen und zu
reagieren, simulieren. Möchte sich beispielsweise ein Nachkomme einen
lebendigen Eindruck von seiner Ur-Ur-Großmutter verschaffen, könnte er
sich mit ihrem virtuellen Abbild über Leben, Erinnerungen und Erfahrungen
unterhalten. Gegenwärtig arbeitet ein erheblicher Teil aller
Softwareentwickler an ähnlichen Simulationen für Unterhaltung,
Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung. Hält das gegenwärtige
Entwicklungstempo an, könnten schon im Jahr 2010 Softwarepakete in den
Kaufhausregalen stehen, mit denen sich Videoaufzeichnungen automatisch in
solche Simulationen umwandeln lassen. |
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Mit Videotechnik Vermächtnisse aufzuzeichnen, ist
übrigens keineswegs neu. So gründete der Spielfilmregisseur Steven
Spielberg die Shoah Stiftung. Sie hat die gigantische Aufgabe, mit den
Videointerviews von 50 000 Holocaust-Opfern ein umfassendes Bild der
damaligen ungeheuerlichen Geschehnisse herzustellen. Um den Aufwand
überschaubar zu halten, lassen sich bei diesem Projekt gegenwärtig nur
ausgewählte Informationen erfassen. Dennoch ist der Aufwand enorm, da die
Auswertung und Vernetzung der Informationen vom Menschen Satz für Satz
erfolgt. Um so höher ist anzurechnen, dass Spielberg und seine Helfer
bereits mit heutiger Technik versuchen, die Vermächtnisse für
zukünftige Generationen aufzubereiten. |
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Ein weiterer Nebeneffekt ergibt sich während der
Arbeit mit der Anleitung. Denn das Abarbeiten ist zwangsläufig eine
intensive Beschäftigung mit sich selbst. Da dazu weder Psychologen noch
vorgefertigte Beurteilungen oder Esoterisches notwendig sind, kommt es
nebenbei zu unmanipulierten und deshalb wertvollen Selbsterkenntnissen.
Einige Leser berichteten auch, dass sie sich nach und nach wieder an
längst vergessen Geglaubtes erinnerten. Vermutlich ist der Grund dafür,
dass sukzessive immer tiefer liegende Assoziationen reaktiviert werden
ähnlich wie Wanderpfade, die bei Benutzung erneut sichtbar werden und
über die man wiederum zu noch entlegeneren Wegen gelangt. |
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Wozu der Einzelne die Anleitung letztendlich verwendet,
ist nicht vorgegeben. Wie aus der Leserpost hervorgeht, werden
tatsächlich recht unterschiedliche Ziele verfolgt. Hier die häufigsten
Angaben: |
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um selbst zu bestimmen, wie lange die eigene Existenz dauert |
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um die Welt von übermorgen kennenzulernen |
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um eine Sicherheitskopie des eigenen Ichs zu erstellen |
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als Ergänzung zu anderen Methoden (z.B. der Einfriermethode) |
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für einen neuen Anfang unter anderen Bedingungen |
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um den Enkelkindern mehr als nur Fotos zu hinterlassen |
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Es gibt Millionen von Menschen, die sich nach Unsterblichkeit sehnen, die aber nicht wissen, was sie an einem verregneten Sonntagnachmittag anfangen sollen. |
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Maurice
Chevalier |
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