Seine Rekonstruktion in einer Welt ohne Zukunft vorzubereiten, ist wohl ähnlich vergebens, wie auf der Titanic eine Pokerpartie zu gewinnen. Und tatsächlich sind die Sorgen angebracht. So verfügt die Menschheit über genügend einsatzbereite Waffen, um ihr eigenes Fortbestehen mehrfach zu beenden. Hinzu kommen Gefahren durch Umweltschäden, mutierte Mikroben und unkontrollierbare Hochtechnologien. Im Übrigen ist ungewiss, ob Intelligenz auf lange Sicht ein Evolutionsvorteil ist. Jedenfalls sind einige Millionen Jahre Menschheitsgeschichte kein Beweis. Schließlich hat sich das Überlebenskonzept der Saurier 100 Millionen Jahre bewährt und erwies sich letztlich als untauglich.
 

 

Ungewisse Zukunft

 

 

 

    Dennoch ist Misstrauen gegenüber jeder Art von Weltuntergangsprognosen angebracht. Häufig verbergen sich dahinter religiöse, wirtschaftliche oder militärische Interessen, bisweilen freilich auch das gesunde Bedürfnis, auf gefährliche Entwicklungen nachdrücklich hinzuweisen. Demgegenüber gibt es zwar auch Untersuchungen, nach denen selbst bei einem weltweiten Atomkrieg eine ausreichende Anzahl von Menschen überleben. Beweisbar sind solche Untersuchungen jedoch nicht.
 

 

 

 

 

    Zudem besitzen Katastrophenprognosen auch beträchtlichen Unterhaltungswert. Da wundert es nicht, dass sie sich schnell verbreiten. So gibt es im Internet unzählige Seiten, auf denen vorhergesagt wird, dass schon bald neue Krankheiten die Menschheit ausrotten, alle Bürger bewaffnet sind, Hochzeiten nicht mehr in Weiß stattfinden, Romane nur noch der Werbespotdramaturgie folgen, die Steuerbelastung bei 95 Prozent liegt oder Geheimbünde die Macht übernehmen. Bleibt zu hoffen, dass solcherlei Vorhersagen genauso falsch sind wie die vergangener Generationen.
 

 

 

 

 

    Auf die Vision, dass Roboter uns ersetzen, möchte ich hier etwas ausführlicher eingehen. In einer drastischen Variante verläuft die Entwicklung der Roboter vom intelligenten Helfer über den überlegenen Freund bis zum intelligenten Universum, in dem Menschen bestenfalls als unterhaltsame Simulation ihren Platz finden vorausgesetzt, wir befinden uns nicht schon dort, denn bemerken könnten wir es vermutlich nicht.
 

 

 

 

 

    Derlei Überlegungen besitzen bei näherer Betrachtung tatsächlich eine zwingende Logik, und auch die technisch Entwicklung scheint unbeirrt in eine derartige Richtung zu verlaufen. Aber oft wird bei solchen Prognosen vernachlässigt, dass es dem Menschen freisteht, sich neue Techniken selbst einzuverleiben. Somit muss er zumindest nicht zwangsläufig Sklave seiner eigenen Schöpfung werden allerdings ist er aus heutiger Sicht dann genau das, wovor sich Technikpessimisten fürchten.
 

 

 

 

 

    Vielleicht ist ja alles nur eine Frage der Definition und wir sind schon weiter auf diesem Weg, als wir uns eingestehen. Ist beispielsweise jemand, der auf einen Sprachcomputer angewiesen ist oder dem ein Minicomputer in die Gehörmuschel (Cochlear-Implant) eingepflanzt wurde ein "Cyborg"? Doch wohl nicht. Die Entscheidung wird jedoch schwieriger, wenn die ersten Neurochips Gehirnfunktionen übernehmen erste Prototypen, mit denen Unfallpatienten beispielsweise wieder die Bewegung gelähmter Gliedmaßen ermöglicht werden soll, gibt es schon.
 

 

 

 

 

    Auch wenn die Entwicklung in diese Richtung verläuft, einer RAMCES-Rekonstruktion steht sie nicht entgegen. Schließlich kann sich der Reanimierte nachträglich auf den "neuesten Stand" bringen.
 


 

 

[Homepage]