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Version 5.070516d | Umfang: zirka 17 Blatt A4
Autor: Frank Kempelmann  (FrankKempelmann@ramces.de)

Archivierung des eigenen Lebens

Sie finden hier Fragen und Antworten zu einem Archivierungsverfahren (RAMCES-Technik), dessen weitreichendstes Ziel die Schaffung der eigenen Rekonstruktionsvoraussetzungen ist.

  

 

 

 

Einleitung: Neue Aufzeichnungstechniken ermöglichen es heute, nahezu alle Worte, Geräusche und Bilder, die ein Mensch während seines Lebens wahrnimmt bzw. erzeugt preisgünstig zu archivieren. Auch Erinnerungen, Wünsche, Ängste, Vorlieben, Denkmuster, Anlagen, Schwächen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Umfeld, Gefühlswelt, Hochsinn, Glaube, Kunstsinn u.s.w. sind direkt und indirekt archivierbar. Selbst Erbmaterial lässt sich einfach mit Paraffin überliefern. 

Hier soll die These vertreten werden, dass sich damit erstmals genügend relevante Informationen  für die hinreichend genaue Rekonstruktion von Bewusstsein und Körper eines Menschen überliefern lassen. 

Mit anderen Worten: Schon mit heutiger Technik lässt sich eine Sicherheitskopie von Bewusstsein und Körper anfertigen, wodurch man eine Chance auf Weiterleben für den Fall von Krankheit, Unfall erhält. 

Alternativ eignet sich die RAMCES-Archivierungstechnik zum Überliefern, eines detaillierten authentischen Bildes des Anwenders sowie seines Lebens - etwa für die Enkel oder/und nachfolgende Generationen.

Entwickeln sich Nanotechnik und Bioinformatik wie bisher, könnten beispielsweise Verwandte oder andere Unterstützer dieses Verfahrens schon in 50 bis 90 Jahre anhand des Datensatzes die Rekonstruktion von Körper und Bewusstsein des Anwenders veranlassen. 

Zur Identitätsfrage: Alles Wesentliche, was einen Menschen ausmacht, stellt ein Prozess dar und keine unveränderliche Sache. Daher ist der rekonstruierte Anwender zwar eine Kopie, doch auch im täglichen Leben sind wir sind immer nur Kopien - so werden jede Sekunde zirka 8 Millionen Zellen ausgetauscht und Ereignisse und Krankheiten können uns erheblich verändern ohne das unser Identitätsgefühl leidet. 

Aus demselben Grund sind Veränderungen beim Rekonstruierten in dem Umfang tolerierbar, wie sie auch im täglichen Leben auftreten. Somit setzt der Rekonstruierte sein Leben lediglich mit einer langen Unterbrechung fort  - ähnlich wie ein Erwachter Komapatient.  

Zugegeben, das Verfahren ist in Trotz der Zielstellung erstaunlich einfach und in der Regel betrachten wir unsere eigene Vergänglichkeit als gegeben - es sei denn man hat für sich eine geeignete tröstliche glaubt an irgendeine übernatürliche Art von Weiterleben. 

Dennoch, die Grundlagen der Selbstüberlieferungstechnik sind rational überprüfbar und offenbar widerspruchsfrei. Tatsächlich gibt es bisher kein haltbares prinzipielles Argument gegen die Machbarkeit. Die Realisierungschancen werden Jahrzehnt für Jahrzehnt besser - belegt durch die täglichen Wissenschaftsnews. 

Da es letztlich um Sein oder Nichtsein geht, lohnt es sich Plausibilität und Kosten/Nutzen dieser Alternative zur Vergänglichkeit für sich abzuwägen. . Aufgrund der schon heute preiswert verfügbaren Archivierungstechnik erscheint jedes ungewollte Ende als vermeidbarer Verlust ~ einer Welt.

 

 

 

 

Wozu Selbstüberlieferung?

Wie lauten die Zielstellungen der "Anleitung zur Selbstüberlieferung"?

Welches sind die Ausgangsüberlegungen der Methode?

Wie werden die Informationen erfasst?

Gibt es eine genaue Anleitung, wenn ja: was kostet sie und wie erhalte ich diese?

Genügt die Informationsmenge?

Welche Identität besitzt der Rekonstruierte?

 

Sind besondere Fähigkeiten zum Abarbeiten erforderlich?  

Mit welchen Techniken könnten eines Tages aus den Daten wieder Körper und Bewusstsein werden?

Wie könnte das Erwachen nach einer Rekonstruktion ablaufen?

Wie werden Informationen zum Unterbewusstsein gewonnen?

Warum sind die technischen Anforderungen für die Videoaufzeichnungen niedrig?
    

Wie hoch ist der Zeitaufwand? 

Mit welchen Methoden lassen sich die Daten vor Verlust sichern?

Wer wies erstmals auf die Möglichkeit der Reanimation auf Grundlage von bewusstseinsrelevanten Informationen hin?

Gibt es Alternativen zur Selbstüberlieferung?
  

Welche Arbeitsmittel sind zum Abarbeiten notwendig und welche Kosten entstehen?

Lassen sich Verbesserungswünsche an geistige und körperliche Fähigkeiten bei der Rekonstruktion berücksichtigen?

Auf welchem Weltbild gründet die RAMCES-Methode?
  

Welche Komponenten gehören zum RAMCES-Datensatz?

Waren und sind für das Entwickeln der Anleitung besondere Fähigkeiten erforderlich?

Wie wurde auf Grundlage des noch unzureichenden Wissensstandes entschieden, welche Daten erforderlich sind?

Wie viel Rechenleistung ist für Rekonstruktion der Körperstruktur erforderlich?

Was nutzt eine Reanimation, wenn man alt und/oder gebrechlich ist?

Ist es nicht wichtiger, Zeit und Energie in die Verlängerung des Lebens zu investieren?

Wie lässt sich die Plausibilität prüfen?

Ist Selbstüberlieferung eine Art Religion, um besser mit dem Tod umgehen zu können?

 

 

 

 

 

Wozu Selbstüberlieferung?
 
 

 

 

Der Kampf gegen die Vergänglichkeit ist wohl der wichtigste Antrieb der Evolution und somit des Individuums. Jeder, der diese Zeilen liest, ist eines der letzten Glieder einer langen Kette von Individuen, denen es gelungen ist, durch "Überlieferung" der Erbinformation und ihrer Werke einen Teilsieg über ihre Vergänglichkeit zu erringen. 

 

Die RAMCES-Archivierung ist ein weiteres Werkzeug gegen die Vergänglichkeit: Im Idealfall können mit ihr die Voraussetzungen für die "Rekonstruktion" von Körper und Bewusstsein und somit für ein Weiterleben geschaffen werden. 

 

Für Anhänger von Weltanschauung, die an eine irgendwie geartete Unsterblichkeit der Seele glauben, wird diesen Anwendungsfall vermutlich nicht anstreben, da sie entsprechend ihrer Glaubensvarianten auf die eine oder andere Weise weiterexistieren. Auch wer wegen seiner Lebensumstände oder Mentalität keinen Wert auf eine Existenzverlängerung legt, wird kaum für sich den Aufwand rechtfertigen. 

Doch auch hier macht die RAMCES-Archivierung Sinn, beispielsweise, indem die Datenbasis für ein detailliertes Vermächtnis erstellen wird.

 

Wichtigster Grund für die Methode ist jedoch, im Falle von Krankheit oder Unfall, eine weitere Chance auf Leben zu haben oder sich dagegen zu wehren, zur vermutlich letzten Generation zu gehören, die ihre Lebenserwartung nicht selbst bestimmen kann.

 

Vielleicht könnte man es auch so auffassen: Der Sinn ergibt sich für viele aus dem Sinn unserer Existenz, nämlich in dem Mitgestallten dieser Welt, unseres Lebens und der Unterstützung unserer Angehörigen - und dazu muss man leben.  
 

 

 

 

 

Ist Selbstüberlieferung eine Art Religion, um besser mit dem Tod umgehen zu können?
 
 

 

 

RAMCES-Archivierung erfüllt keine Kriterien für eine Religion, hilft aber ähnlich wie eine Religion mit der eigenen Endlichkeit umzugehen. 

 

Auch wenn wie bei fasst allen Religionen ein Weiterleben nach dem biologischen Tod in Aussicht gestellt wird, gibt es doch einen entscheidenden Unterschied: Es wird in keinem Punkt irgendetwas vorausgesetzt, was im Gegensatz zum gegenwärtigem naturwissenschaftlichen Weltbild steht. Für die Realisierung ist lediglich eine Weiterentwicklung der schon heute verfügbaren Informations-, Nano- und Biotechnik erforderlich.

 

 

 

 

 

 

Wie lauten die Zielstellungen der "Anleitung zur Selbstüberlieferung"?
 
 

 

 

Ziel ist das Erfassen und Überliefern von authentischen Informationen zu Körper und Bewusstsein des Anwenders. 

 

Im einfachsten Fall sind die Informationen zur Anfertigung eines virtuellen Vermächtnisses geeignet, im Idealfall zur Rekonstruktion von Körper und Bewusstsein. 

 

Nach dem biologischen Tod des Anwenders sollen sich auf Grundlage des erstellten Datensatzes Körper und Bewusstsein für ein Weiterleben rekonstruieren lassen. Dabei werden Veränderungen nur soweit toleriert, wie sie ebenso nach einem 2 bis 3-wöchigen Coma auftreten.   
 

 

 

 

 

 

Welches sind die Ausgangsüberlegungen der Methode?
 

 

 

1.

Alles, was einen Menschen ausmacht, hat seine Ursache in der Körperstruktur.  
 

2.

Zwischen der Körperstruktur und dem Sein eines Menschen bestehen ergründbare Kausalzusammenhänge. 
 

3.

Je mehr Informationen über Erbmasse, Bewusstsein und Umfeld eines Menschen vorliegen, um so detailliertere Rückschlüsse zu seiner Körperstruktur sind möglich. 

4. Sollte sich Informations-, Nano- und Biotechnik ähnlich wie in den letzen Jahrhundert weiterentwickeln, könnte auf Basis von Informationen über Erbmasse, Bewusstsein und Umfeld eines Menschen, dessen Körperstruktur rekonstruiert werden. Der jeweilige Mensch könnte sein Leben vorführen, ähnlich als wenn er aus einem langen Coma erwacht.

 

 

Wie werden die Informationen erfasst?
 
 

 

 

 

Der Anwender archiviert mittels digitaler Aufzeichnungsgeräte und der Anleitung alles  was direkt und indirekt Rückschlüsse zu Erinnerungen, Wünschen, Ängsten, Vorlieben, Denkmustern, Anlagen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Körperstruktur, Umfeld usw. ermöglicht. 

 

Dank sinkender Speicherpreise und neuer Komprimierungstechnik ist sogar eine nahezu lückenlose Archivierung akustischen Eindrücken  praktikabel. Der Anwender muss dazu lediglich ein Aufzeichnungsgerät mit sich führen.

 

Zudem wird eine Zellprobe – beispielsweise einige Haarwurzeln mit Paraffin konserviert. 
 

 

 

 

 

Gibt es eine genaue Anleitung, wenn ja: was kostet sie und wie erhalte ich diese?
 

 

 

 

Es gibt eine Anleitung, die regelmäßig optimiert und an aktuelle Techniken angepasst wird - an dieser Stelle nochmal Dank an alle die dabei halfen und helfen.

 

Die so genannte RAMCES-Anleitung (ReAnimation Precondition Method: Creating an Extensive Self-Recording) war auch notwendig, da trotz der einfachen Ausgangsidee, kleine Fehler beim Erfassen und Archivieren die  Relevanz und Sicherheit der Daten schaden.

 

Um die erforderliche Datenbasis zu erhalten, ist es unumgänglich, dass die Anleitung für jeden Anwender einzeln erstellt wird. Gegenwärtig werden Anleitungen wegen Überlastung nur noch für diejenigen erstellt, die bei der Weiterentwicklung halfen bzw. weiterhin mitarbeiten. 

 

 

 

 

 

Genügt die Informationsmenge?
 

 

 

 

Die mit der Anleitung gewonnenen Informationen sind – informationstheoretisch ausgedrückt – komprimierte und kodierte Daten.

 

Hinzukommt, dass am Tag x auch Datensätze zur Verfügung stehen, die sich beispielsweise direkt und indirekt aus Archiven von Fernsehanstalten, Bibliotheken, Behörden, Museen, Instituten und den gesamten wissenschaftlichen Erkenntnissen des Rekonstruktionsjahres extrahieren lassen. 

 

Die Gesamtheit der im Datensatz enthaltenen Informationen ergibt sich durch das in Beziehung setzen aller direkten und indirekten rekonstruktionsrelevanten Daten, den Erbinformationen und dem Weltwissen.

 

Bisher sind keine relevanten Informationen, die sich nicht in der erforderlichen Quantität mit der Anleitung gewinnen lassen, bekannt. Diese Aussage wäre erst gefährdet, wenn sich herausstellen sollte, dass etwas Übernatürliches oder prinzipiell Unerkennbares zum Bewusstsein  gehört.   

 

 

 

 

Sind besondere Fähigkeiten zum Abarbeiten erforderlich?
 

 

 

 

Nein, wer Geräte wie digitale Kameras bedienen kann, sollte mit der Anleitung problemlos zurechtkommen. Es werden nur handelsübliche Geräte benötigt. Zum Konservieren der Zellprobe ist lediglich Paraffin erforderlich.   

 

 

 

 

Mit welchen Techniken könnten eines Tages aus den Daten wieder Körper und Bewusstsein werden?
 
 

 

 

 

Kurzfassung: Eine Vorhersage ist nicht möglich, da es mit heutiger Technik nur ansatzweise realisierbar ist, Daten in biologische Strukturen umzuwandeln - derzeit lassen sich Viren auf Datenbasis erstellen. Sicher ist es noch ein weiter Weg bis sich Informationen in lebensfähige Zellen oder gar Vielzeller umwandeln lassen, aber es scheinen keine unüberwindbaren Hürden auf dem Weg zu liegen. 

 

Gegenwärtig scheinen Künstliche Intelligenz (KI), Bioinformatik und Nanotechnik geeignete Rekonstruktionswerkzeuge in Aussicht zu stellen. Hervorragende Informationen zum aktuellen Stand dieser Technologien befinden sich unter: www.kurzweilai.net   

 

Ausführlicher: Berücksichtigt man gegenwärtige Technologien, könnte es etwa so ablaufen: Als Erstes müssen alle relevanten Informationen gefunden, aufbereitet, analysiert und vernetzt werden. Informationsquellen sind dabei nicht nur die individuellen Videoaufzeichnungen und Erbmoleküle, sondern auch Datenbanken, Weltwissen, Museen und Archive. Das könnte mit Software geschehen, die den heutigen Internetsuchmaschinen ähnelt. Jedenfalls ist es damit momentan schon machbar, Daten im Terabyte-Bereich zu verknüpfen allerdings noch nicht besonders intelligent.

 

Die so aufbereiteten Informationen sind danach zwar vernetzt, aber nicht auf die gleiche Weise wie im Gehirn. Um mit diesen Daten, die Simulation eines neuronalen Netzes zu erstellen, lassen sich eventuell Vorgänge nachahmen, die auch während der Entwicklung des menschlichen Gehirns stattfinden. Nach bisherigen Kenntnissen werden im Gehirn, ausgehend von einer in weiten Bereichen zufälligen Ausgangsvernetzung, je nach Anforderung nach und nach Bestandteile stabilisiert, neu gebildet und abgebaut. Die Kriterien dazu scheinen evolutionär zu sein. Das heißt, auch hier regieren Algorithmen, die die fittesten Bestandteile bevorzugen. Das erscheint zwar einfach, ist aber auf der Ebene des menschlichen Gehirns das Komplexeste, was wir kennen. Denn, was beispielsweise eine neuronale Teilstruktur unterstützt, entscheidet sich innerhalb eines dichten Geflechtes von Beziehungen aller Komplexitätsebenen eventuell angefangen von der Ebene der Elementarteilchen über die Ebene der Atome, Moleküle, Zellen, Zellgruppen, Individuen, Gesellschaften bis hin zum gesamten Umfeld. Eine Aufgabe bei der Herstellung der neuronalen Simulation wird also sein, anhand der verfügbaren Informationen dieses Beziehungsgeflecht bestmöglich zu rekonstruieren.

 

Anschließend sind die Ergebnisse in einen atomgenauen Körperbauplan umzuwandeln. Beispielsweise müssen zur Rekonstruktion von Assoziationsfeldern die Positionsdaten aller Bestanteile der Nervenzellenverknüpfungen errechnet werden. Ähnliches gilt für alle Zellgruppen und für alle Zellen inklusive ihrer Bestandteile. Das bedeutet beispielsweise: Für ein Neurotransmittermolekül, das sich in der Synapse eines Zellgeflechtes befindet, welches für ein Hochgefühl mitverantwortlich ist, muss bei der Rekonstruktion wieder eine wirkungsidentische Molekülkonstellation geschaffen werden.

 

 Das Erstellen eines atomgenauen Bauplanes erscheint aufgrund des enormen Rechenaufwandes gegenwärtig kaum vorstellbar. Doch sollte das Entwicklungstempo der Rechentechnik anhalten, ist schon in wenigen Jahrzehnten das erforderliche Niveau erreicht. Zudem sind die meisten Berechnungen nur einmal nötig, da sich fast alle Bestandteile des menschlichen Körpers aus identischen Bausteinen zusammensetzen. Der Körper besteht nur aus zirka 300 verschiedenen Zellarten. Ein 75 kg schwerer Mensch enthält z.B. zirka 24 Billionen identische Blutzellen. Somit ist lediglich erforderlich, den Blutzellenbauplan nur einmal zu rekonstruieren. Und auch der Bauplan einer Blutzelle enthält Wiederholungen. Das Hämoglobin-Molekül besteht aus einer 141-teiligen Sequenz von 20 verschiedenen Aminosäuren, welches wiederum milliardenfach in jeder Zelle enthalten ist.

 

Mit welchen Verfahren nun aus einem atomgenauen Bauplan wieder ein Mensch entstehen könnte, lässt sich ebenfalls nur vermuten. Aus heutiger Sicht scheint eine biologische Variante der so genannten Nanotechnik infrage zu kommen. Bei dieser Variante sollen programmierbare Moleküle im Legoprinzip organische Strukturen herstellen. Da sich aus programmierbaren Molekülen praktisch beliebige Produkte mit einfachen Rohstoffen preiswert herstellen lassen, wird momentan viel Geld in die Nanotechnik investiert. Bisher steckt diese mächtige Universaltechnologie aber noch in den Kinderschuhen. Doch ihre Machbarkeit beweist die Natur allgegenwärtig. Alles was lebt, ist das Werk des Zusammenspiels komplexer Moleküle. Beispielsweise sind die Chlorophyll-Moleküle der Pflanzen in der Lage, aus einfachen Rohstoffen wie Wasser, Kohlendioxid und Lichtenergie Zuckermoleküle zu synthetisieren. Andere Moleküle verketten diese wiederum zu stabilen Gerüsten, aus denen beispielsweise Bäume aufgebaut sind.

 

 

 

 

 

Wie könnte das Erwachen nach einer Rekonstruktion ablaufen?
 

 

 

 

 

Eine Hypothese: Wie auch immer der technische Prozess einer Umwandlung von Daten in Fleisch und Blut sein wird, für den Rekonstruierten nennen wir ihn Jan Neumann könnte es etwa so ablaufen:

 

Jan Neumann erwachte am 4. Mai 2081, kurz nach 8 Uhr. Langsam drang in sein Bewusstsein, dass er Jahrzehnte "geschlafen" haben musste. Heute ist also der erste Tag seines neuen Lebens. Er hat viel zu erledigen in den nächsten Jahren. Erleichtert wird ihm dieses nur dadurch, dass er solange, wie er es für richtig hält, in der Nachbildung seiner Wohnung lebt. Sie befindet sich im Zustand des Jahres 2021. Sogar der Inhalt der Schränke entspricht detailliert dem des Jahres 2021, diesem letzen Jahr seines alten Lebens. Leider ist auch seine Gehbehinderung noch die Alte. Doch neu erwacht in einer Welt fast unbegrenzter Möglichkeiten, weiß Jan, dass sich auch sein linkes Bein wieder herstellen lässt. Natürlich könnte er sofort beginnen, die neue Welt zu erkunden oder nach Verwandten zu suchen. Aber das hat Zeit ...

 

Sicher kommt das Erwachen aus einem langen Koma der Situation nach einer Rekonstruktion am nächsten. Allerdings gibt es im Gegensatz zum Koma keinen körperlichen Verfall oder rapiden Gedächtnisverlust. Und natürlich ist es auch ein entscheidender Unterschied, ob man nur für einige Monate "abgeschaltet" war, oder ob man sich in einem anderen Jahrzehnt oder gar Jahrhundert wiederfindet. Zur Verringerung der psychischen Belastung ist es deshalb sicherlich von Vorteil, wenn der Reanimierte für eine Übergangszeit ein möglichst gewohntes Umfeld vorfindet mit Nanotechnik ohne besonderen Aufwand realisierbar.

 

  Vermutlich ist es auch zur Vermeidung von Identitätsproblemen von Vorteil, wenn der Körper des Reanimierten nur soweit verändert wird, wie notwendig. Dagegen sind aus heutiger Sicht nachträgliche "Verbesserungen" unproblematisch. So sind das Anpassen an Wissen und Fähigkeit der Menschen des Rekonstruktionsjahres genauso denkbar, wie das Beseitigen angeborener Krankheiten oder die Verringerung des biologischen Alters.

 

 

 

 

Wie werden Informationen zum Unterbewusstsein gewonnen?
 
 

 

 

 

Ausgangsinformationen zu Unbewusstem werden in der Regel beiläufig und mit bewährten psychologischen Testverfahren erfasst. Wenn etwa der Anwender auf die Frage, welche Vorurteile er gegen dicke Menschen hat, mit "keine" antwortet, ist das nur ein winziger Anteil der eigentlichen gesuchten Information. Weitere wichtige Informationen sind, warum der Anwender in genau dieser Gesamtsituation (Datum, Uhrzeit, Kleidung, Körperhaltung, gesellschaftliche und persönliche Situation, Zeitgeschehen usw.) gerade so und nicht anders reagiert (inklusive Mimik, Stimmfarbe, Betonung, Sprechpausen usw.). Zudem fallen bei der Langzeitaufzeichnung immer wieder Rohinformationen zu diesem Thema an. 

 

Die wichtigste Quelle für Informationen zu Unbewusstem sind Kindheitserinnerungen, da nach allem, was wir heute wissen in der Kindheit die Entwicklungskeime für die neuronale Vernetzung gelegt werden. Ein großer Teil der Anleitung zielt folglich auf jeden nur denkbaren Informationsschnipsel aus der Kindheit.  

 

Wesentliche Anteile von Informationen zu Vor- und Unbewusstem sind durch Analyse und Vernetzung aller verfügbaren Daten extrahierbar. Übrigens gibt es schon heute Software, die allein anhand von Videoaufzeichnungen der Augenbewegungen Gefühlsregungen erkennen, denen sich der Beobachtete nicht bewusst ist. 

 

Eine weitere Quelle zu Unbewusstem sind Informationen zu Entwicklungen. Diese werden jedoch am besten über größere Zeiträume hinweg sichtbar. Optimal ist daher, wenn möglichst früh mit den Aufzeichnungen begonnen wird.  

 

 

 

 

Warum sind die technischen Anforderungen für die Aufzeichnungen niedrig?
 
 

 

 

 

Mit intelligenter Bild- und Tonbearbeitungstechnik lassen sich minderwertige Aufzeichnungen korrigieren. Das jeweils genutzte System ist somit unwichtig.

 

Beispielsweise lässt sich ein Bild vom eigenen Haus selbst dann hochauflösend dreidimensional rekonstruieren, wenn es auf einer Aufnahme nur kurz als verschwommener Umriss erkennbar ist. Möglich ist das z.B. durch Hinzuziehen von anderen Aufnahmen und Weltwissen.

 

 Für Arbeitspunkte, die dennoch eine höhere Qualität erfordern, erhält der Anwender entsprechende Hinweise.

 

 

 

 

Wie hoch ist der Zeitaufwand?
 
 

 

 

 

Da ein Großteil der Aufzeichnungen nebenher anfallen, entsteht der Hauptaufwand durch Überspielen und Archivieren der Daten. Auch sollte der Aufwand für das Nachladen und Wechseln der Batterien nicht vernachlässigt werden. Dieses wiederum hängt von der verwendeten Technik ab. Allerdings wird sich selbst bei Einsatz neuerer Systeme und Hochleistungsbatterien der Aufwand nicht unter eine Stunde je Woche senken lassen.

 

Da z.B. auch möglichst alle erreichbare Familienfotos und Dokumente erfasst werden sowie viele Fragen zu beantworten sind, entsteht auch hier ein beträchtlicher individueller Zeitaufwand.   

 

 

 

Mit welchen Methoden lassen sich die Daten vor Verlust sichern?
 
 

 

 

 

Alle Daten werden zweifach auf CD bzw. DVD archiviert.

 

Obwohl die meisten Hersteller eine Lagerfähigkeit von 100 Jahren angeben, sollten spätestens alle 20 Jahren die Daten auf ein dann übliches Speicherformat umkopiert werden. Außerdem bleiben die Daten dadurch für die Lesegeräte der Zukunft problemlos lesbar.

 

Da die erforderlichen Datenträger durch die ständig steigenden Kapazitäten schon in wenigen Jahren nicht mehr Platz als heute eine DVD  beansprucht, ist die Übergabe von jeweils einer Kopie an zuverlässige Verwandte eine nahe liegende Variante, um den Datensatz verhältnismäßig zuverlässig zu überliefern - je mehr Kopien um so besser. 

 

Ein Formular  mit allen erforderlichen Instruktionen und testamentarischen Verfügungen, welches zusammen mit dem Datensatz zu übergeben ist, gehört zur Anleitung. 

 

Alternativ kann der RAMCES-Datensatz auch an  Archivierungsgesellschaften, Staatsarchiven und eventuell Museen übergeben werden.
 

 

 

 

Wer wies erstmals auf die Möglichkeit einer Reanimation auf Grundlage von bewusstseinsrelevanten Informationen hin?
 

 

 

 

Offenbar beschrieb der Informatiker Klaus Reinhard erstmals 1987 ein Konzept, bei dem die Reanimationsvoraussetzungen durch Aufzeichnen von bewusstseinsrelevanten Informationen geschaffen werden. Quelle: Klaus Reinhard: Wie der Mensch den Tod besiegt, Verlag Orac/Wien, Seiten 109 - 114. Das Buch befindet sich im Internet unter http://members.aol.com/klausrei/buchinh.htm   

 

 

 

 

 

Gibt es Alternativen zur Selbstüberlieferung? 

 

 

 

 

Ja gegenwärtig ist wohl die Kältekonservierung des Körpers oder nur des Gehirns (Kryonik) die einzige mit heutiger Technik realisierbare Alternative. 

 

Es ist ein bestechend einfacher Gedanke, Menschen kurz nach dem Tode durch Einfrieren zu konservieren, um sie später zu reanimieren. Immerhin ist es Laboralltag, Zellen in den Kältetod zu versetzen und nach beliebig langer Zeit zu reanimieren. 

 

Aber so einfach die Idee – so schwierig die Ausführung. In vielen Ländern ist es den Anhängern der so genannten Kryonik schon aus rechtlichen oder religiösen Gründen verboten, so mit einem Leichnam zu verfahren. 

 

Auch der Einfriervorgang ist eine diffizile Angelegenheit. Um Gewebsschäden durch Eiskristalle zu verringern, entziehen Spezialisten mit raffinierten Verfahren dem Körper das Wasser und ersetzen es durch eine Art Frostschutzmittel. Das Abkühlen erfolgt dann in kleinen Schritten über mehrere Tage verteilt. Anschließend wird der Körper kopfüber in Tanks mit flüssigem Stickstoff gehängt und so bei minus 196° Celsius für den Tag-X aufbewahrt. Alternativ wird lediglich der Kopf eingefroren. 

  

Aufgrund dieser Vorgehensweise entstehen über einen unbestimmten Zeitraum Lager- und Kühlkosten. Zudem ist unklar, ob die Verbindungen zwischen den Nervenzellen so gut erhalten bleiben, dass sich die Verbindungspunkte rekonstruieren lassen. Denn ist die Nervenzellenvernetzung und damit ein wichtiger Träger der Bewusstseinsinformationen nicht mehr existent, kann keine Technik der Zukunft die Rekonstruktionsinformationen zurückgewinnen. Selbstverständlich dürfen deshalb auch keine unwiederbringlichen Zerstörungen an der Nervenvernetzung durch Unfall, Alter oder Krankheit vorliegen. Dieses ist allerdings ein Widerspruch in sich, denn oft ist genau das die Todesursache. 

  

Ein wahrer Albtraum der Kryoniker ist, wenn als Todesursache Selbstmord, Unfall oder Mord in Betracht kommt. Dann verfügen behördliche Stellen nämlich meist die Autopsie. Sollte sich herausstellen, dass stoffwechselabhängige Vorgänge sowie Strukturen innerhalb der Nervenzellen zur Rekonstruktion erforderlich sind, ergibt sich ein weiteres Problem: Da solche Informationsträger wenige Minuten nach dem Ableben, ohne eine verwertbare Spur zu hinterlassen, zerfallen könnten, müsste der Einfriervorgang wenige Minuten nach dem Tode abgeschlossen sein – und das ist bisher praktisch unmöglich. 

  

Der hingegen nur bei todkranken Kryoniker denkbare Ausweg, bereits vor dem erwarteten Ableben mit dem Einfrieren zu beginnen, ist ethisch und rechtlich höchst bedenklich. Daran ändert auch eine ausdrückliche Willenserklärung nichts. 

  

Trotz aller Einschränkungen ist meiner Einschätzung nach die Kryonik gegenwärtig die erfolgversprechendste Alternative zur Herstellung der Reanimationsvoraussetzungen.

  

 

 

 

Welche Arbeitsmittel sind notwendig und welche Kosten entstehen?

 

 

 

 

Aufgrund der geringen Qualitätsanforderrungen an die Aufzeichnungen sind viele handelsübliche Systeme geeignet. Die Kosten hängen also wesentlich davon ab, welche Geräteklasse der Anwender bevorzugt bzw. welche Geräte vorhanden sind.

 

Benötigt werden mindestens ein einfacher digitaler Fotoapparat mit Tonaufzeichnungs- und Videofunktion sowie ein Rechner mit CD- oder DVD-Brenner (da er nur zur Sicherung der Daten verwendet wird, genügt ein älteres Modell für zirka 300 €).

 

Zudem fallen noch Kosten für die Datenträger (CD- oder DVD-Rohlinge) an. Bei den gegenwärtigen Preisen zirka 3 - 6 € je Monat.

 

 

 

 

 

Lassen sich Verbesserungswünsche an geistige und körperliche Fähigkeiten bei der Rekonstruktion berücksichtigen?
 
 

 

 

 

Vermutlich ist es zur Vermeidung von Identitätsproblemen von Vorteil, wenn der Körper des Reanimierten nur soweit verändert wird wie notwendig. 

 

Dagegen sind aus heutiger Sicht nachträgliche "Verbesserungen" unproblematisch. So ist das Anpassen von Wissen und Fähigkeiten genauso denkbar, wie das Beseitigen angeborener und erworbener Krankheiten oder die Verringerung des biologischen Alters.  

 

 

 

Welche Identität besitzt der Rekonstruierte?
 
 

 

 

 

 

Kurz: Der Anwender ist mit dem Rekonstruirte so Identisch, wie ein aus einem langen Koma Erwachter mit sich selbst. 

 

Ausführlich: Der Begriff "Identität" hat für Psychologie, Philosophie und Mathematik verschiedene Bedeutungen. Somit gehört zur Klärung der Identitätsfrage die Klärung der hier relevanten Bedeutung. 

 

Logisch, philosophisch, physikalisch und mathematisch betrachtet, ist der Rekonstruierte mit dem Anwender nicht identisch. 

 

Dieses lässt sich besonders durch ein Gedankenexperiment verdeutlichen: Nimmt man an, dass zu Lebzeiten des Anwenders  mehrere Rekonstruktionen durchgeführt werden, dann sind offensichtlich die Rekonstruierten bestenfalls Kopien. Da es sich technisch bedingt nur um bestmögliche Rekonstruktionen handeln kann, sind es definitionsgemäß nicht einmal Kopien, sondern lediglich Näherungen.  

  

Psychologisch (und praktisch) betrachtet ist der Rekonstruierte mit dem Anwender identisch. 

 

Dieses wird wiederum deutlich, wenn man sich vorstellt, dass zu Lebzeiten mehrere Rekonstruktionen durchgeführt werden und zudem annimmt, dass der Anwender und die Rekonstruierten nicht voneinander wissen. Alle Beteiligten hätten keinen Grund an ihre Identität zu zweifeln und würden sich als legitime Existenzen begreifen. 

 

Der RAMCES-Methode liegen folgende Auffassungen zu Grunde: 

  

Für den Einzelnen ist die psychologische Betrachtung relevant, da alles, was für die Identität bzw. das Identitätsgefühl wichtig ist - insbesondere das Bewusstsein -, ein Prozess darstellt. 

 

Der Mensch ist wegen ständiger Veränderungen entsprechend logischer, philosophischer, physikalischer und mathematischer Kriterien nicht einmal mit sich selbst identisch. Nur für jeweils einen theoretischen Zeitpunkt, bei dem alle energetischen Niveaus aller Elementarteilchen eines Menschen definiert sind, könnte jeweils eine Identität definiert werden. 

  

Jede Sekunde werden zirka neun Millionen Zellen ausgetauscht. Beständig verknüpfen sich neuronale Verbindungen neu - selbst der kleinste Gedanke verändert die neuronale Struktur. Innerhalb von wenigen Jahren sind fast alle Moleküle durch Stoffwechsel ausgewechselt. Sogar einzelne Nachrichten - etwa über eine lebensgefährliche Krankheit - kann Denken, Fühlen und Handeln augenblicklich grundlegend ändern. 

  

Noch drastischer können die Veränderungen nach Unfall oder Krankheit bzw. Koma ausfallen. Dennoch wird in der Regel selbst dann die Identität vom Individuum, von der Gesellschaft noch von Behörden infrage gestellt. Mancher könnte sich sogar ein Leben in einen völlig anderen Körper vorstellen. 

  

Vorausgesetzt wird, dass Bewusstsein ein auf den heute bekannten Naturgesetzen basierender Prozess ist. Somit lässt sich Bewusstsein potenziell analysieren, simulieren, rekonstruieren, kopieren, anhalten und nach einem beliebig langen Zeitraum fortsetzen. 

  

Bewusstsein ist als Prozess weder an einen bestimmten Körper, noch an bestimmte Atome, Moleküle oder einzelne Zellen gebunden. 

 

Anmerkung: 

  

Entsprechend den RAMCES-Vorgaben ist nur eine Rekonstruktion nach dem biologischen Tod des Anwenders vorgesehen. Die Rekonstruktion soll in "Fleisch und Blut erfolgen". Veränderungen am Körper und Bewusstsein sollten erst nach erfolgreicher Rekonstruktion durch den Rekonstruierten selbst erfolgen. 

  

Die Anleitung wurde mit dem Ziel entwickelt, dass nicht mehr als 10% der Erinnerungen bei der Rekonstruktion verloren gehen. Veränderungen an Denkmustern, Wünschen, Ängsten, Vorlieben, Anlagen, Schwächen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Gefühlswelt, Hochsinn, Vorstellungen, Kunstsinn usw. werden nur in dem Maße toleriert, wie sie im täglichen Leben auftreten. 

  

Die RAMCES-Vorgaben haben ethische Gründe und sollen Beeinträchtigungen des Identitätsgefühls vermindern. Allerdings steht es natürlich jedem Anwender frei, die RAMCES-Vorgaben für sich per Willensäußerung außer Kraft zu setzen oder neue Vorgaben hinzuzufügen. 

  

Fazit: 

  

Logisch, philosophisch, physikalisch und mathematisch betrachtet ist der Rekonstruierte lediglich eine bestmögliche Kopie des Anwenders. 

  

Der Anwender ist mit dem Rekonstruierten jedoch physiologisch und psychologisch so identisch, wie ein Mensch vor und nach einem mehrjährigen Koma mit zirka 10% Erinnerungsverlust. Der Rekonstruierte kann sich wie der aus dem Koma Erwachte als legitime Fortführung von Existenz, Leben, Entwicklung und Identität des Anwenders betrachten. 
 

 

 

 

Auf welchem Weltbild gründet die RAMCES-Methode?
 

 

 

Diese Frage lässt sich am besten mit der zentralen zu Grunde liegenden Annahme beantworten. Sie lautet: Die Evolutionstheorie ist allgemein gültig. 

  

Die hier wichtige daraus resultierende Schlussfolgerung ist, dass der Evolutionsalgorithmus eine hinreichende Erklärung für die Entwicklung von Leben und Bewusstsein liefert. Mit anderen Worten: Keine wie auch immer geartete Hilfe von "oben" ist für die Entwicklung von Leben und Bewusstsein erforderlich. Da somit auch alles was einen Menschen ausmacht nichts übernatürliches beinhaltet, ist die Analyse und Rekonstruktion seines Körpers und Bewusstsein prinzipiell machbar.

 

Zumindest unter den in der Forschung arbeitenden Wissenschaftlern scheinen entmystifizierte Weltbilder immer häufiger Arbeitsgrundlage zu sein.

 

Eine kompetente Beschreibung, Analyse und Verteidigung des der Anleitung zu Grunde liegenden Weltbildes, finden Sie in dem Buch "Darwins gefährliches Erbe" des Wissenschaftsphilosophen Daniel C Dennett.           
 

 

 

 

 

Welche Komponenten gehören zum RAMCES-Datensatz?
 

 

 

1. die Datenträger mit den Aufzeichnungen

2. eine in Paraffin konservierte Zellprobe

3. ein Formular mit allen erforderlichen Instruktionen und testamentarischen Verfügungen für den mit der Aufbewahrung Beauftragten.

  

 

 

 

 

 

Wie wurde auf  Grundlage des noch unzureichenden Wissenstandes entschieden, welche Daten erforderlich sind?
 

 

 

Da nur die Voraussetzungen für eine Rekonstruktion zu schaffen sind, genügt es, wenn sich innerhalb des Datensatzes die zur Rekonstruktion erforderlichen Informationen befinden – solange nicht bekannt ist, welche Steine zum Mosaik gehören, muss eben der ganze Berg mit. 

    

Die Entscheidung, welche Informationen wie auszuwerten sind, kann also auf die Zukunft verschoben werden, solange die entscheidenden Informationen direkt oder indirekt mit dabei sind.

 

Um zu verhindern, dass wegen unvollständiger Theorien notwendige Informationen unberücksichtigt bleiben, war es erforderlich, möglichst viele Überlegungen einzubeziehen. Dabei erhielten die Überlegungen den Vorrang, die am besten mit dem gegenwärtigen experimentell bestätigten Weltbild übereinstimmen.
  

 

 

 

 

Wie viel Rechenleistung ist für die Rekonstruktion der Körperstruktur erforderlich?
 

 

 

Um die Informationen der Zellprobe und der Videoaufzeichnungen in eine Simulation der Zellstruktur des Anwenders umzuwandeln, ist eine Maschine erforderlich, die mindestens die Komplexität der Zellstruktur des menschlichen Körpers aufweist. Nun ist mit heutigem Wissen die Komplexität eines Menschen nicht messbar. Als einziger Maßstab bleibt vorerst der Vergleich der Fähigkeiten.

 

 Legt man zu Grunde, dass zur Simulation aller für das Sein eines Menschen relevanten Einflüsse je Zelle durchschnittlich pro Sekunde 100 000 Rechenschritte erforderlich sind, dann könnte ein Homecomputer mit 500 MHz-Prozessor zirka 1 000 Zellen simulieren. Um die zirka 100 Billionen Körperzellen eines Menschen zu simulieren, benötigt man demnach einen Rechner der ungefähr 100-milliardenfach leistungsfähiger ist. Zudem sind vermutlich Rechner- und Softwarearchitekturen erforderlich, die die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns nachahmen. Das bedeutet in erster Linie massive parallele Verarbeitung, was beispielsweise erreichbar durch Entwicklung von Prozessoren ist, die Quanteneffekte ausnutzen und Software, die evolutionäre Vorgänge simuliert.

 

Um aus der zellulären Simulation einen atomgenauen Bauplan zu entwickeln, ist noch einmal die 100-milliardenfache Rechenleistung heutiger Computer erforderlich. Umgerechnet erhält man heute also für 1000 Dollar nur zirka 0,000 000 000 5 Prozent der zur Rekonstruktion erforderlichen Rechenleistung.

 

Um nun abschätzen zu können, wann die erforderliche Rechenleistung zur Verfügung steht, hilft die Betrachtung der letzen 330 Jahre Technikentwicklung. Dabei fällt auf, dass sich seit 1673, als Gottfried Wilhelm Leibniz seine Rechenmaschine in London vorführte, die Fähigkeit von Maschinen Informationen zu verarbeiten, exponentiell erhöht hat. Wobei sich die Zeit bis zur Leistungsverdopplung bei gleichen Kosten beständig verkürzt. Dauerte es anfangs zirka 40 Jahre sind es heute zirka 18 Monate. Die dafür verwendeten Bauteile waren anfangs Zahnräder, Federn und Hebel; danach Relais, später Vakuumröhren, abgelöst von Transistoren und heute integrierte Schaltkreise.

 

Rechnet man die Entwicklung der Rechnerleistung der vergangenen 50 Jahre konservativ hoch, dauert es 50 bis 60 Jahre bis die erforderliche Leistung für 1 000 Dollar zur Verfügung steht. Ist jedoch der hier zu Grunde gelegte Rechenaufwand für eine RAMCES-Rekonstruktion um das 1 000 000 000-fache zu niedrig angesetzt, dann steht die Rechenleistung etwa im Jahre 2090 Jahre zur Verfügung.
 
 

 

 

 

 

Was nutzt eine Reanimation, wenn man alt und/oder gebrechlich ist?
 

 

 

Sobald eine Reanimation auf Datenbasis machbar ist, kann auch das biologische Alter nachträglich beliebig gewählt werden, da die Anforderungen dafür erheblich geringer sind. 
 

 

 

 

 

Ist es nicht wichtiger, Zeit und Energie in die Verlängerung des Lebens zu investieren?
 

 

 

Selbstverständlich ist das Leben hier und jetzt das Wichtigste. Die Investition in Erhalt und Verlängerung sollte Vorrang haben. 

 

Selbstüberlieferung ist eine Sicherheitstechnik. Sie bietet eine weitere Option auf Leben und keine Garantien.www.kurzweilai.net
  

 

 

 

 

Wie lässt sich die Plausibilität prüfen?
 

 

 

Einige Technikvisionen die noch vor wenigen Jahren wie unrealistische Utopien erschienen sind heute realisiert. Wir klonen Säugetiere mit ausdifferenzierten Zellen, implantieren Kleinrechner in Ohr und Auge, entziffern Erbmoleküle, experimentieren mit verschränkten Elementarteilchen.

 

Andererseits überschüttet uns Kino, Fernsehen, Presse und Buch mit Geschichten und Ideen über Zeitreisen, Geister, unsterblichen Seelen, Parallelwelten und Wormlöcher.

 

Das Problem ist nun, dass sich Machbares und Unmögliches selbst für Fachleute nicht immer sicher trennen lässt. Bestenfalls Logik und Naturgesetze bieten Anhaltspunkte.

 

Da sich geeignete Rekonstruktionstechnologien noch ganz am Anfang befinden, wird es wohl zu Lebzeiten der meisten Anwender keinen Machbarkeitsnachweis geben. Um nun einschätzen zu können, ob auf Basis des RAMCES-Datensatzes je eine Rekonstruktion des Anwenders machbar werden könnte und ob das Preisleistungsverhältniss stimmt, bleibt wohl nur eine Methode: Selberdenken. 

 

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Partnerprojekt - 4.1